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Säumige Verbraucher: Kurzarbeit als Hauptgrund für ausbleibende Zahlungen

Säumige Verbraucher: Kurzarbeit als Hauptgrund für ausbleibende Zahlungen

Die neue Zahlungsmoral-Umfrage der Inkassounternehmen zeichnet deutliche Auswirkungen der Coronapandemie nach.

Das fällt vor allem auf, wenn man die aktuellen Zahlen mit denen aus der letzten Umfrage vergleicht. Die hatte der BDIU unter seinen rund 550 Mitgliedsunternehmen im November 2019 durchgeführt – also lange vor Beginn der Krise.

Im Herbst 2019 hatten noch die meisten Inkassounternehmen gemeldet, dass private Schuldner ihre Rechnungen unverändert gut begleichen. Jedes vierte Inkassounternehmen beobachtete sogar eine bessere Rechnungstreue bei säumigen Verbrauchern. Völlig konträr ist das Bild nun im Mai 2020.

In der neuen Umfrage sollten die Inkassounternehmen berichten, wie sich die Zahlungsmoral seit Beginn der Coronakrise verändert hat.

Bezogen auf private Schuldner, berichten 56 Prozent der Umfrageteilnehmer von einer leicht schlechteren Zahlungsmoral. 13 Prozent sagen sogar, dass Verbraucher jetzt deutlich schlechter bezahlen als noch vor Ausbruch der Pandemie.

Noch stärker ist die Eintrübung bei B2B-Schuldnern. Hier weichen die Ergebnisse beider Umfragen um 51 Prozentpunkte voneinander ab. So hatten im November nur 23 Prozent der Inkassounternehmen gemeldet, dass gewerbliche Schuldner schlecht zahlen. Jetzt berichten 52 Prozent von einer leichten Verschlechterung der Rechnungstreue und 22 Prozent von einer starken Verschlechterung – insgesamt also 74 Prozent. Diesmal kann auch kein einziges Inkassounternehmen davon berichten, dass sich die Zahlungsmoral der B2B-Schuldner verbessert hat

Die Gründe für die schlechtere Zahlungsmoral liegen eindeutig in der durch die Pandemiebekämpfung notwendig gewordenen Lockdown-Maßnahmen begründet. Das zeigt sich in einer weiteren Frage.

Die Inkassounternehmen sollten beantworten, warum private Schuldner aktuell Rechnungen nicht wie vereinbart bezahlen.

Top-Antwort ist Kurzarbeit. Das melden 83 Prozent in der Umfrage.

Noch im November spielte diese Antwort überhaupt keine Rolle.

65 Prozent berichten, dass ein vorübergehender Liquiditätsengpass Verbraucher davon abhalte, ihre Zahlungsverpflichtungen zu bedienen. Gegenüber der letzten Umfrage ist das eine Steigerung von 8 Prozentpunkten.

40 Prozent nennen Arbeitslosigkeit als Grund – plus 9 gegenüber dem Herbst 2019.

Dagegen spielt ein vorsätzliches Nichtbezahlen jetzt nur noch aus Sicht von 39 Prozent der Inkassounternehmen eine wesentliche Rolle bei ausbleibenden Zahlungen. Bei der letzten Umfrage hatten noch 55 Prozent eine entsprechende Angabe gemacht.

Auch der Nichtzahlgrund „unkontrolliertes Konsumverhalten“ verliert an akuter Relevanz. Jetzt nennen ihn nur noch 32 Prozent der Inkassounternehmen – gegenüber 73 Prozent im vergangenen Herbst.