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Dubiose Mail im Postfach? Vorsicht vor „Moskauinkasso“ & Co.!

Dubiose Mail im Postfach? Vorsicht vor „Moskauinkasso“ & Co.!

Firmenlenker mit hohen Außenständen sind nicht selten verzweifelt. Die Ware ist geliefert, Mahnungen gehen raus. Wochen und Monate verstreichen, aber der Kunde zahlt einfach nicht.

Während die Fristen ablaufen, kommen ständig neue Kosten hinzu – Mieten, Gehälter, eigene Kredite, alles das muss weiter bedient werden. Irgendwann ist auch der letzte Cent weg und der Pleitegeier kreist über dem Betrieb. Gibt es vielleicht doch noch einen Rettungsanker?

Wenn klassische Mahnverfahren, Gerichtsvollzieher und Co. ins Leere laufen, wird mancher anfällig für Lockangebote und dubiose Hilfsversprechen. Gab es da nicht die Männer in Lederjacke und mit Baseballschläger?

Doch solche Gedankenspiele können böse enden. Egal, wie bedrohlich die eigene finanzielle Lage erscheint: Wer auf aggressive Drohgebärden setzt und Schlägertrupps losschicken will, riskiert nicht nur seinen eigenen Ruf. Er macht sich selbst strafbar.

Dieser Hinweis hat leider einen aktuellen Anlass:

Im Moment sind viele E-Mails unterwegs, die verzweifelten Gläubigern einen vermeintlichen Ausweg versprechen. Unter dem Betreff „Moskauinkasso Schuldeneintreiber weltweit“ heißt es: „Wir machen da weiter, wo konventionelle Inkassobüros an die Grenzen stoßen.“

Mehrere Unternehmen haben sich in dieser Woche an uns gewandt, weil sie eine solche Werbemail im Postfach hatten. Unser Rat: Finger weg vor falschen Versprechungen!

 

Von wem kommen diese Mails?
Offenbar stammt der Absender aus der Schweiz. Die Mails verweisen auf eine Webseite mit der Kennung „schuldeneintreiber.eu“. Sitz der Firma soll der Ort Kreuzlingen am Bodensee sein – unmittelbar hinter der deutschen Grenze, damit also außerhalb der EU. Als Kontaktmöglichkeit ist aber eine Mobilfunknummer mit deutscher Vorwahl angegeben.

Handelt es sich um ein registriertes Inkassounternehmen?
Nein! Im Rechtsdienstleistungsregister ist kein Anbieter unter diesem Namen oder dieser Adresse hinterlegt.

Darf das Unternehmen in Deutschland Inkasso durchführen?
Nein, darf es nicht. Nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz braucht jede Inkassofirma eine Registrierung bei der für sie zuständigen Aufsichtsbehörde.

Sie sind Gläubiger und suchen nach einer Möglichkeit, Ihre Forderungen durchzusetzen?
Dann beauftragen Sie ein seriöses Inkassounternehmen. Achten Sie dabei unbedingt darauf, dass die Firma unter www.rechtsdienstleistungsregister.de zu finden ist. Geben Sie hier unter „Registrierungen suchen“ den Namen des jeweiligen Unternehmens ein. Sie erfahren dann, unter welchem Aktenzeichen es registriert ist sowie den Namen und die Adresse der zuständigen Behörde – in der Regel ein Zivilgericht in der Nähe des Unternehmenssitzes.

Wie erkenne ich ein seriöses Inkassounternehmen?
Der Lackmustest für Seriosität ist neben der Registrierung die Mitgliedschaft in einem Branchenverband. Inkassounternehmen, die sich dem Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) anschließen, verpflichten sich zur redlichen, gewissenhaften und ordnungsgemäßen Berufsausübung und dass sie die ihnen anvertrauten Mandate unter Wahrung der Rechte der Schuldner vertreten. Für Sie als Auftraggeber ist das eine zusätzliche Sicherheit: Sie können sich nämlich bei Beschwerden über die Arbeit des Inkassounternehmens direkt an den Verband wenden. Die Mitgliedschaft im BDIU gilt daher auch als Gütesiegel für seriöses Inkasso.