Bessere Moral = weniger Pleiten

Bessere Moral = weniger Pleiten

Minus 17,5 Prozent im Juli: Die Zahl der Firmenpleiten sinkt rasant. Gleichzeitig melden die Inkassounternehmen eine immer bessere Zahlungsmoral. Beides hängt miteinander zusammen.

Heute hat das Statistische Bundesamt die Insolvenzzahlen für Juli 2016 bekanntgegeben. Und die Daten sind hervorragend! Immer weniger Unternehmen gehen pleite – ihre Zahl sank um beachtliche 17,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen geht zurück, und das ebenfalls deutlich: Die Statistiker registrierten für diese Gruppe 8,5 Prozent weniger beantragte Verfahren als noch im Juli 2015.

Dennoch müssen Gläubiger auch weiterhin erhebliche Verluste verbuchen: Die voraussichtlichen Forderungen aus Unternehmensinsolvenzen summieren sich im Juli auf fast 1,7 Milliarden Euro. Sie sind sogar höher als noch vor einem Jahr, als sie rund 1,4 Milliarden Euro betrugen. Der Grund: Aktuell registrieren die Gerichte, wie sie das nennen, »mehr Insolvenzen von wirtschaftlich bedeutenden Unternehmen«.

Die Zahlen im Detail gibt es hier.

Aus Sicht des BDIU ist der Insolvenzrückgang keine Überraschung. Der Trend zeichnet sich schon seit längerer Zeit ab – und er ist stabil. In seinen Mitgliederumfragen stellt der Inkassoverband zudem fest: Die Rechnungstreue von gewerblichen und privaten Kunden wird immer besser.

Bei einem Blick auf die Daten zu Zahlungsmoral und Firmenpleiten seit dem Jahr 2000 zeigt sich ein Zusammenhang: Je treuer die Kunden, desto stabiler die Firmen. Jetzt ist die Zahlungsmoral sogar auf einem Rekordhoch – und die Firmenpleiten sind auf einem Rekordtief.

Wie lange dieser hervorragende Trend noch anhält, weiß allerdings auch niemand …