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Code of Conduct continued

Code of Conduct continued

Er ist das wichtigste Projekt einer ganzen Branche: der Code of Conduct für das Forderungsmanagement. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung debattiert der Inkassoverband über die finalen Schritte.

Am 13. November lädt der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU) zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung nach Düsseldorf. Thema ist der Code of Conduct, den sich die Branche derzeit in einem Prozess der Selbst- und Co-Regulierung gibt.

Dieser Verhaltenskodex hat bereits mehrere Hürden genommen. Mit großer Mehrheit hatten die Mitglieder des BDIU Mitte April für einen ersten Entwurf dieses umfangreichen Dokuments gestimmt, das aus über 70 Paragrafen mit detaillierten Einzelregelungen besteht.

Der Code of Conduct klärt dabei vor allem, wie Inkassounternehmen mit Verbrauchern bzw. Schuldnern kommunizieren. Er beschreibt die datenschutzrechtlichen Anforderungen an und die Informationsplichten für die Inkassounternehmen, klärt, welche Kosten und Gebühren für die Rechtsdienstleistung entstehen und welche Rechte Verbraucher gegenüber den Inkassodienstleistern, etwa durch Rückfragen oder Reklamationen, geltend machen können.

Der Kodex erklärt dabei auch in einfach verständlichen Formulierungen den gesamten Prozess beim Einziehen einer Forderung und macht Inkasso auf diese Art und Weise maximal transparent – beginnend bereits bei der Auftragsübergabe durch den Gläubiger an das Inkassounternehmen, über den gesamten außergerichtlichen Mahnvorgang, bis hin zu Kosten für Maßnahmen nach der Titulierung einer Forderung, etwa einer Zwangsvollstreckung in Zusammenarbeit mit Gerichtsvollziehern. Auch aktuelle verbraucherpolitische Herausforderungen wie das Bekämpfen von missbräuchlichen Bestellungen durch Verwenden gestohlener Verbraucheridentitäten werden in den Einzelregelungen dieses Kodex konkret dargestellt und normiert.

Bis zum November wird der Verband noch zahlreiche Gespräche mit anderen Interessengruppen führen, darunter Politik, Aufsichtsbehörden und Verbraucherschutz. Deren Anliegen sollen im Wege einer Co-Regulierung ebenfalls berücksichtigt werden, denn die Branche ist sich bewusst, dass Inkasso nur auf Grundlage von Fairness, Gerechtigkeit und Dialogbereitschaft mit allen davon Betroffenen nachhaltig erfolgreich sein kann.

Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung werden die Ergebnisse dieses Stakeholder-Dialogs debattiert und die nächsten Schritte zur Finalisierung des Codes konkretisiert. Der finale Code of Conduct soll dann im Rahmen des BDIU KONGRESSES 2020 verabschiedet werden. Dieser zentrale Branchen-Event findet vom 22. bis 24. April in Berlin statt.