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BDIU beteiligt sich an der Evaluierung des neuen Inkassorechts

Der Bundestag hat mit den Ausschussempfehlungen zum Gesetz zur Verbesserung des Verbraucherschutzes im Inkassorecht (VVInk) entschieden, bereits zwei Jahre nach dessen Inkrafttreten eine Evaluierung durchzuführen: Überprüft werden soll, ob das Gesetz die "angestrebte Senkung der Inkassokosten auf ein angemessenes Maß ohne nennenswerte Beeinträchtigung der wirtschaftlichen Basis für die Tätigkeit der Inkassodienstleister realisiert" hat. 

Der BDIU konnte das BMJV davon überzeugen, mit der geplanten Evaluierung nicht etwa das Institut für Finanzdienstleistungen (iff) zu beauftragen - dieses hatte 2018 einen mehr als Abschlussbericht zur Evaluierung der inkassorechtlichen Vorschriften des Gesetzes gegen unseriöse Geschäftspraktiken vorgelegt.

Die Evaluierung des VVInk wird nun das BMJV selbst übernehmen. Das BMJV hat bereits im Dialog mit dem BDIU festgelegt, welche Kennzahlen für die Evaluierung herangezogen werden sollen:

  • Anzahl der zur Forderungseinziehung übergebenen Inkassofälle,
  • Höhe der geltend gemachten Forderungen,
  • Höhe der geltend gemachten Vergütungen,
  • Anzahl der nach einem ersten Mahnschreiben erledigten Fälle,
  • Anzahl der erfolglosen Forderungseinziehungen,
  • Anzahl der geschlossenen Zahlungsvereinbarungen,
  • Praxis des Verzichts auf Teile der Vergütung bei erfolgloser Forderungseinziehung,
  • Anzahl der in das gerichtliche Mahnverfahren übergegangenen Fälle.

Um diese Zahlen zu ermitteln, führt der BDIU mindestens zwei Branchenstudien durch. Das soll einen aussagekräftigen und validen Vergleich der Zahlen von alter und neuer Gebührenstruktur möglich ist.

Derzeit beteiligen sich die Mitglieder des Verbandes an der Branchenstudie 2021. Mit dieser wir der Status Quo des geltenden Rechts auf Basis des Geschäftsjahrs 2020 erfasst. Eine Branchenstudie 2023 erfasst dann die korrespondierenden Daten zum ersten vollen Geschäftsjahr 2022 unter den neuen rechtlichen Rahmenbedingungen. Im Oktober 2023 beginnt das BMJV dann mit der eigentlichen Evaluierung - ein Bericht ist frühestens für das Jahr 2024 zu erwarten.

Mit der Erstellung der Branchenstudie ist die Agentur Bülow & Consorten beauftragt, daneben ist eine Kooperation mit den Statistikexperten nxt statista vereinbart. Ende September erhielten alle Mitgliedsunternehmen Mail mitsamt Zugang zum Fragebogen für die Branchenstudie 2021.