Branchennews

Anke Blietz-Weidmann kandidiert als BDIU-Präsidentin

Anke Blietz-Weidmann, im Hauptberuf Chief Operating Officer der Lowell DACH Gruppe, gehört dem Präsidium des BDIU seit neun Jahren an. Als erfahrene Führungskraft verschiedener Inkasso-Unternehmen lag ihre ursprüngliche Motivation zum ehrenamtlichen Engagement im Verband darin, aktiv an der Evaluierung des Gesetzes gegen unseriöse Geschäftspraktiken mitzuwirken, die Reputation der Branche zu stärken und ihr zu mehr Anerkennung zu verhelfen – insbesondere auch im Verhältnis zu anderen rechtsberatenden Berufen. 

Heute, neun Jahre später, kandidiert sie für das Amt der Präsidentin des BDIU und wird dabei vom amtierenden Präsidium unterstützt. Kirsten Pedd: „Anfang des letzten Jahres haben wir begonnen, Kandidaten für ein neues Präsidium zu suchen, um der Mitgliederversammlung ein starkes Team zur Wahl vorschlagen zu können. Für das zentrale Amt der Präsidentin ist Anke genau die Richtige. Sie hat jahrzehntelange Erfahrungen aus verschiedenen Unternehmen und kennt die Branche sowie ihre Herausforderungen. Das hat sie nicht zuletzt in den vergangenen neun Jahren als Präsidiumsmitglied nachhaltig bewiesen. Es fällt ihr nicht schwer, aus der Unternehmens- in die Verbandsperspektive zu wechseln, um bei Entscheidungen das Wohl der Branche im Blick zu haben."

Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen im Präsidium will Anke den Verband fit machen für die digitale Transformation, für eine Öffnung gegenüber Partner-Branchen und für die Integration neuer Angebote entlang der Inkasso-Wertschöpfungskette. Anke: „Unsere Branche verändert sich rasant. Wir müssen diese Veränderungen annehmen und so für uns umsetzen, dass der Markenkern und Zweck des BDIU erhalten bleiben.“

Ihr Blick zurück fällt durchweg positiv aus: „Wir sind in den letzten neun Jahren weit gekommen; manchmal auch gegen einige Widerstände uns unterschiedlichen Richtungen. Aber die Zeiten, in denen Inkasso von Politik und Gesellschaft mit unseriösen Geschäftspraktiken in Verbindung gebracht wurden, sind vorbei.“ Mittlerweile habe sich der BDIU als wichtiger Gesprächspartner für Politik und Zivilgesellschaft etabliert. Die stets fach- und sachkundigen und oft konstruktiv-kritischen Beiträge des Verbandes hätten stark zur Profilierung des BDIU beigetragen. Darauf könne man stolz sein.

Dass das Wort des BDIU an Gewicht gewonnen hat, führt die studierte Ökonomin auch auf die erfolgreiche Implementierung des Code of Conduct zurück. Der Verhaltenskodex habe sich in der Praxis bereits vielfach bewährt und helfe dabei, die wenigen unseriösen Firmen in diesem Bereich deutlich auszugrenzen. Anke: „Die Einführung dieses Regelwerks haben wir im Präsidium in den letzten Jahren intensiv vorangetrieben. Der Code of Conduct ist tief im Werte-Gerüst unserer Mitglieder verankert und wird auch deshalb weit über die Grenzen unserer Branche hinaus beachtet. Er ist zudem ein gutes Beispiel dafür, dass eine Branche sich selbst effektiv regulieren kann.“

Digitale Transformation der Branche

Der Blick in die Zukunft ist stark von der digitalen Transformation der Branche geprägt. Angesichts steigender Kosten und des eklatanten Fach- und Arbeitskräftemangels seien einfachere und schnellere Prozesse eine schlichte Notwendigkeit: „Die Digitalisierung greift zudem über die internen Abläufe in den Mitgliedsunternehmen hinaus und hilft dabei, eine verbesserte und standardisierte Interaktion aller am Forderungsmanagement beteiligten Akteure zu gewährleisten. Das gilt nicht zuletzt für den elektronischen Rechtsverkehr. Hier gibt es noch viel zu tun.“

Aus der gemeinsamen Nutzung von Daten, Ressourcen und Prozessen ergibt sich zudem die Möglichkeit, sich als Verband gegenüber neuen Mitgliedern zu öffnen. Dabei richtet sich der Blick zunächst auf Rechtsanwaltskanzleien, die neben ihrer Spezialisierung auch im Inkasso tätig sind. Dazu noch einmal Anke Blietz-Weidmann: „Nachdem wir als Branche nun der zentralen Aufsicht durch das Bundesamt für Justiz unterstellt sind, ist das ein naheliegender erster Schritt im Sinne der Öffnung des BDIU für neue Mitglieder.“

Für diese Öffnung und Weiterentwicklung des Verbandes hatte die Mitgliederversammlung im vergangenen Jahr mit satzungsänderndem Beschluss die Grundlage geschaffen. Das neue Präsidium will hier einen Arbeitsschwerpunkt setzen und am Außenauftritt sowie den Strukturen arbeiten, um für alle Dienstleistungen entlang der Wertschöpfungskette im Forderungsmanagement attraktiv zu sein. Für das alte, wie auch das neue Präsidium ist das ein logischer nächster Schritt, denn bereits heute sind die Tätigkeiten der Mitgliedsunternehmen nicht auf den Inkasso-Prozess im engeren Sinne begrenzt.

„Leistungen wie Factoring, Finanzierungs- und Zahlungsdienstleistungen oder Identitäts- und Bonitätsprüfung sind längst Alltag. Das sollte sich auch in der Mitgliederstruktur spiegeln und gibt uns zudem die Chance, die wirtschaftliche Basis des BDIU nachhaltig zu verbessern“, bringt Anke es auf den Punkt.

Bei alledem dürfe man auch die Kernaufgabe des Verbandes nicht vernachlässigen: Es gehe darum, das regulative Umfeld der Branche so zu gestalten, dass wirtschaftliches Handeln möglich bleibt. Um angesichts des wachsenden Regulierungsdrucks erfolgreich zu sein, stehe neben der bereits gut aufgestellten politischen Kommunikation die Herausforderung, auch den Dialog mit den Konsumenten und deren Organisationen weiter zu verbessern. Auch dazu hat sie einige Ideen im Kopf, deren Realisierung sie im Präsidium prüfen und nach Kräften vorantreiben will.