BDIU

Inkassoverband fordert besseres Forderungsmanagement der Kommunen

Berlin, 18. November 2010 – In der aktuellen Debatte über die Finanzlage der Kommunen fordert der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU), Berlin, die Städte und Gemeinden dazu auf, ihr Forderungsmanagement zu professionalisieren. Dadurch ließen sich deutliche Mehr­einnahmen erzielen. „Bevor jetzt – mitten im Aufschwung – über Steuer- und Abgabenerhöhungen für die Bürgerinnen und Bürger diskutiert wird, sollten die Kommunen ihre bestehen­den Einnahmepotenziale ausschöpfen", sagt Wolfgang Spitz, Präsident des BDIU.

Hintergrund sind die hohen Außenstände der Kommunen. Diese liegen bei aktuell über 13 Milliarden Euro. Dabei handelt es sich zum überwiegenden Teil um niedergeschlagene Forderun­gen, die jedoch in vielen Fällen weiterhin realisierbar sind. Als Beispiel nennt Spitz Unterhaltsvorschusszahlungen an Mütter, deren Kindsväter ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Hier gehen Städte und Gemeinden in Vorleistung. Die aus­stehenden Beträge fordern sie bei den säumigen Vätern wieder ein. Viele dieser Forderungen bleiben derzeit allerdings unbearbeitet.

„Die Kommunen sollten ihr Forderungsmanagement effizienter gestalten, gegebenenfalls mit Unterstützung externer Dienst­leister", fordert Spitz. Es gebe zahlreiche gute Beispiele von Kommunen, die durch ein effektiveres Forderungsmanagement ihre Einnahmen verbessert hätten, etwa die hessische Landes­hauptstadt Wiesbaden. Dabei könnten auch private Inkasso­unternehmen die kommunalen Kämmerer wirkungsvoll unterstützen, zum Beispiel bei der Adressermittlung, bei der technischen Abwicklung wie dem Rechnungsversand oder der Kontrolle von Geldeingängen, bei der Langzeitüberwachung offener Rechnungen und der Bewertung von Forderungs­beständen. „Rechtlich ist das möglich, da Inkassounternehmen hier im Wege der Verwaltungshilfe für die Städte und Gemeinden tätig werden können", erläutert Spitz. „Wir brauchen mehr Mut, bestehende Möglichkeiten richtig zu nutzen. Das ist die beste Unterstützung für den kräftigen Aufschwung und hilft den Kommunen, ihre wichtigen Aufgaben für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort auch weiterhin zu erfüllen."

Kommunen können durch das Auslagern ihres Forderungsmanagements ihre Liquidität spürbar verbessern

Die Kommunen sind in ihrer Mehrheit weiterhin hoch verschuldet. Das zeigt ein Blick auf die Außenstände der öffentlichen Verwaltungen ...Ein Beitrag von Wolfgang Spitz, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU), und Professor Dr. Ralf B. Abel, Datenschutzexperte, Fachhochschule Schmalkalden. [mehr]