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»Inkasso wird gebraucht«

»Inkasso wird gebraucht«

Inkassounternehmen sind oft in der Kritik. Dabei sorgen die Rechtsdienstleister für nichts weniger als Fairness und Gerechtigkeit. Ein Plädoyer.

Lassen Sie uns über Inkasso reden. Okay, es ist vielleicht nicht das schönste aller Themen: Es geht um unbezahlte Rechnungen. Es geht zum Firmen, die auf ihr Geld warten und deshalb in finanzielle Turbulenzen schlittern. Es geht um Verbraucher, die wegen eines persönlichen Schicksals ihre Zahlungen nicht mehr leisten können. Und mittendrin die Inkassodienstleister.

Über 20.000 Menschen arbeiten hierzulande in der Inkassowirtschaft. Sie ziehen offene Forderungen für mehr als 500.000 Gläubiger ein: Das sind Handwerker, Onlineshops, Baufirmen, IT-Unternehmen, Verlage, Fitnessstudios, Vermieter – aus allen Branchen kommen Aufträge. Und diese Firmen sind sehr zufrieden mit Inkasso, weil die Rechtsdienstleiter ihnen Verluste ersparen. Jedes Jahr zwischen bis 5 bis 10 Milliarden Euro fließen dank Inkasso wieder an sie zurück. Gut so, denn sonst schreiben die Gläubiger diese Summen notgedrungen ab. Ein handfester Schaden, unter dem die Firmen und ihre Mitarbeiter leiden würden.

Gäbe es kein Inkasso, müssten die Gerichte für diese Aufgabe ran. Bei offenen Forderungen geht es um rechtliche Fragen: Um Verträge, die eine Seite – der Schuldner – nicht erfüllt hat. Mehr als 20 Millionen solcher Fälle lösen Inkassodienstleister jedes Jahr, ganz ohne Rechtsstreit vor dem Richter. Die schon jetzt hoffnungslos überlasteten Gerichte hätten gar keine Zeit, keine Kapazitäten, kein Personal dafür.

Und was ist mit den Verbrauchern? Auch die haben etwas von diesem Forderungsmanagement. Oben stand schon mal die Summe, die Inkasso jedes Jahr für die Wirtschaft rettet. Dieses Geld würden die Gläubiger sonst über den Preis für ihre Produkte wieder reinholen. Der ehrliche Kunde, der immer pünktlich seine Rechnungen bezahlt, schultert dann auch den Schaden, den der laxe Zahler anrichtet.

Die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Inkassounternehmen sagen: Es geht ihnen um Gerechtigkeit. Zu helfen, dass derjenige, der eine Arbeit geleistet, eine Ware geliefert, eine Dienstleistung erbracht hat, das vereinbarte Geld bekommt. Dafür im fairen Dialog, auf Grundlage von Recht und Gesetz, zu sorgen – das motiviert sie jeden Tag. Gäbe es Inkasso nicht, man müsste es erfinden.

 

Autor: Marco Weber, Pressesprecher des BDIU

Dieser Beitrag erschien am 27. Dezember 2018 unter der Rubrik »Außenansicht« in der »Mittelbayerischen Zeitung«.