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Mehr Effizienz durch elektronische Antragstellung

Mehr Effizienz durch elektronische Antragstellung

Im Seminar „Elektronische Antragstellung in der Zwangsvollstreckung“ erläutert Claudia Wagener-Neef, welche günstigen Alternativen Inkassounternehmen zur Papierflut im Alltag haben. Wir sprachen mit der Inkassoakademie-Dozentin.

Warum sollten Inkassounternehmen Zwangsvollstreckungsanträge elektronisch stellen? Man kann doch auch Papier nutzen.

CLAUDIA WAGENER-NEEF: Wer den elektronischen Weg nutzt, spart auf jeden Fall Kosten für Druck, Papier und Porto – und der Antrag ist sofort übermittelt. Aus nahezu fünfjähriger Erfahrung kann ich bestätigen, dass elektronische Anträge grundsätzlich schneller bearbeitet werden. Das kann ein bedeutender Rangvorteil sein, wenn man in Konkurrenz zu anderen Gläubigern oder Gläubigervertretern steht. Da durch die elektronische Übermittlung des An- bzw. Auftrages das Versenden von Originalunterlagen entfällt, wird außerdem das Risiko ausgeschlossen, dass Unterlagen auf dem Postweg verloren gehen. Vor allem die Ersatzbeschaffung der Titelausfertigung bedeutet neue zeitintensive Arbeitsschritte.

Für wen ist die elektronische Antragstellung von Relevanz?

WAGENER-NEEF: Für alle Rechtsdienstleister, also insbesondere Inkassounternehmen, die im Bereich der Zwangsvollstreckung tätig sind. Unter Beachtung der gesetzlich geregelten Voraussetzungen und abzugebenden Versicherungen ist die elektronische Antragstellung nicht kompliziert. Die ansonsten auf dem Postweg zu übersendenden Unterlagen, wie Titel, Vollmacht, ggf. Forderungsaufstellung, Kostenaufstellung und Vollstreckungsbelege werden als PDF Dokument an das zuständige Vollstreckungsorgan gesandt.  

Geht das mit allen Titeln?

WAGENER-NEEF: Der Gesetzgeber hat die Möglichkeit der elektronischen Antragstellung auf Vollstreckungsbescheide ohne Klauseln und einem sich daraus ergebenen Höchstbetrag von 5.000 Euro beschränkt.  

Der elektronische Rechtsverkehr nimmt ja immer mehr an Fahrt auf. Heißt das, dass Inkassounternehmen jetzt unbedingt diesen Weg der Antragstellung wählen müssen?

WAGENER-NEEF: Nein, auch weiterhin können die An- und Aufträge in Papierform versandt werden und in den für die elektronische Antragstellung nicht geeigneten Fällen, müssen sie sogar postalisch übermittelt werden. Aber spätestens mit der am 01.01.2018 in Kraft getretenen und bundeseinheitlich geltenden ERVV (Elektronischer-Rechtsverkehr-Verordnung) dürfte jedem klar sein, wohin die Reise in der Justiz insgesamt geht, nämlich weg vom Papier und hin zum elektronischen Datenaustausch. Nach derzeitiger Regelung wird die elektronische  Antragstellung ab 01.01.2026 verpflichtend.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

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