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15 Volltreffer beim SKL

15 Volltreffer beim SKL

Seit letzter Woche dürfen sich die Teilnehmer aus dem 2018er DIA-Sachkundelehrgang über ihre Urkunden freuen. Sie wollen wissen, welcher Weg sie ans Ziel führte? Dann müssen Sie diesen Beitrag lesen!

Am 25. Januar klettert das Quecksilber ungewöhnlich weit nach oben. Bis zu 13 Grad zeigt es in Hannover an, und auch bei den 21 Frauen und Männern, die im Amadeus-Hotel der Leinestadt ihre ersten Unterrichtsstunden beim Sachkundelehrgang der DIA beginnen, steigt die Betriebstemperatur beträchtlich.

2018 ist das Jahr des Jahrhundertsommers. Ganz Deutschland ächzt unter Hitze und ewiger Sonne. Vor den „SKLern“ liegen neun vom Lernen erfüllte Monate. Schwitzen und büffeln – an der Schwelle zu einem neuen beruflichen Lebensabschnitt.

Beim SKL, wie der Sachkundelehrgang praktisch abgekürzt wird, lernt man Forderungsmanagement.

Genauer gesagt: Man wird mit den rechtlichen Hintergründen zu Inkasso vertraut. Ziel des SKL ist es, die dazu im Gesetz definierte besondere theoretische Sachkunde zu vermitteln. Mit der hat man – ganz nebenbei – auch die notwendige Qualifikation in der Hand, um eine Registrierung als Inkassodienstleister zu beantragen.

Ein ganz schöner Ansporn für unsere Teilnehmer! Sie kommen von den unterschiedlichsten Institutionen. Darunter Vereine und Verrechnungsstellen für Tierärzte, kleine und mittelgroße Unternehmen und sogar international verzweigte Konzerne. Die Schreibtische der SKLer stehen in ganz Deutschland. Sie sind Team- oder Abteilungsleiter, Sachbearbeiter und Geschäftsführer. Aus allen Himmelsrichtungen, von Nürnberg über Bremen, aus dem Rheinland und aus Brandenburg, fahren sie nach Hannover zu ihrem Inkasso-Lehrgang – für jeweils zwei oder drei Tage Blockunterricht am Stück.

In den 138 zu absolvierenden Unterrichtsstunden geht es um die für das Forderungsmanagement relevanten Teile aus dem Bürgerlichen Recht, um das Wertpapier-, Sachen- und Gesellschaftsrecht, das Zivilprozessrecht, darum wie Pfändungen funktionieren und wie sich die Kosten für alle diese Maßnahmen zusammensetzen. Alles nur Theorie? Nein, denn dieses juristische Basiswissen muss auf konkrete Fälle in der Praxis angewendet werden. Praktiker sind die SKLer ja schon. Die Rechtskenntnisse aus dem Lehrgang, vermittelt von insgesamt neun Dozenten, geben ihnen jetzt ein noch kräftigeres Fundament für ihren Job.

Zum Abschluss führt sie ihr Weg nach Berlin – die Prüfungen stehen ins Haus.

Es ist der 15. September. In der Hauptstadt herrschen gut 20 Grad, der Himmel ist trüb, es fallen sogar ein paar Regentropfen – aber in einem Hotel am Spittelmarkt kommen unsere SKL-Teilnehmer trotzdem ins Schwitzen. Fünf Stunden dauert der erste Teil ihres Wissenstests. „Schriftliche Aufsichtsarbeit“ heißt das in der Prüfungsordnung des BDIU.

Vier Kollegen, die noch beim Start im Januar mit dabei waren, fehlen heute. Einer hat im Frühjahr den Arbeitgeber gewechselt, zwei weitere waren zeitweise erkrankt und haben deshalb nicht die für die Prüfungsanmeldung erforderlichen 120 Unterrichtsstunden absolvieren können. Eine weitere Kandidatin teilt sich den Lehrgang auf zwei Jahre auf – sie wird also 2019 den Prüfungsmarathon absolvieren müssen, vor dem jetzt ihre 17 Mitlernenden stehen.

Im Raum sieht es nach Arbeit aus.

Alle sitzen einzeln am Tisch. Darauf ausgebreitet: Papier, Aufgabenblätter, Stifte. Daneben liegen bei jedem Prüfling zwei knallrote Ziegelsteine. Jeder Jurist kennt sie: die Loseblattsammlungen von Schönfelder – „Deutsche Gesetze“ und der aktuelle Ergänzungsband. Außerdem dürfen sie in der „Schwarzwälder Gebührentabelle“ blättern, ein kompaktes A5-Heftchen. Berechnungen auf Basis aktueller Tabellen sind zu meistern. Mehr Mitbringsel sind nicht erlaubt. Wer ein Handy oder ein Tablet zücken würde, wäre sofort raus. Eigenes Wissen ist gefragt, Google bleibt heute draußen vor der Tür.

Insgesamt 25 Fragen müssen beantwortet werden. Sie stammen aus allen Rechtsgebieten, die im Unterricht behandelt waren. Wer sich nicht ordentlich vorbereitet hat, kommt jetzt schnell an seine Grenzen. Die Themen müssen in Textform beantwortet werden. Außerdem gilt es noch drei Inkassofälle durchzuspielen und spezifische Fragen zu beantworten.

Fünf Stunden später ist die Aufregung – vorerst – vorbei. Die Arbeiten werden eingesammelt.

Jetzt geht das nächste Zittern los. „Habe ich bestanden?“ Denn nur wer mehr als 3,5 Punkte auf der Skala für juristische Staatsprüfungen erreicht hat (in Schulnoten heißt das: mindestens „ausreichend“), bekommt eine Einladung zur mündlichen Prüfung.

Für zwei von ihnen kommt eine schlechte Nachricht: Sie sind leider durchgefallen.

Zu einem späteren Zeitpunkt haben sie die Chance, ihre schriftliche Arbeit im zweiten Anlauf zu wiederholen.

Die anderen 15 fahren drei Wochen später erneut nach Berlin. Jetzt geht es darum, das bisher Erlernte auch mündlich gut und verständlich rüberzubringen. Vier Dozenten aus dem SKL führen dazu mit den Prüflingen Fachgespräche zu Themen aus den vermittelten Rechtsgebieten. Die Teilnehmer zeigen jetzt, dass sie dieses Wissen anwenden können, um inkassorelevante Fragestellungen zu lösen. Es werden Gruppen gebildet aus je vier oder fünf SKLern. Gemeinsam sitzen sie vor den Prüfern und antworten auf deren Fragen. Für jeden Einzelnen nehmen sich die Dozenten mindestens 30 Minuten Zeit – sodass es pro Prüfung schon einmal zwei bis zweieinhalb Stunden dauern kann. Danach beraten sich die Prüfer untereinander. Haben alle Teilnehmer wirklich die umfassenden Rechtskenntnisse, die sie als registrierter Inkassodienstleister brauchen? Ist es in Ordnung, ihnen diese Qualifikation jetzt zu bescheinigen?

Die Stunde der Wahrheit schlägt.

Es ist der 6. Oktober, 18.30 Uhr. Urkunden und Zeugnisse werden an diejenigen verteilt, die beide Prüfungshürden mit Bravour genommen haben. Große Erleichterung: Es sind insgesamt 15 Zertifikate – alle haben bestanden! Der Stress fällt endlich ab und macht Freude Platz. Nun wird gefeiert.

In neun Monaten wurden aus lernbegierigen SKL-Teilnehmern die qualifizierten Inkasso-Kollegen von morgen. Herzlichen Glückwunsch!

 

Mehr Infos zum SKL gibt’s hier: www.inkassoakademie.de