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Arbeitsweise

Die Arbeitsweise von Inkassounternehmen ist vielen Missverständnissen ausgesetzt. Dabei ist alles ganz einfach: Inkasso ist das geschäftsmäßige Einziehen fremder Forderungen. Damit unbeglichene Rechnungen bald bezahlt werden, nutzen Inkassodienstleister eine Vielzahl moderner Kommunikationskanäle. ​

Die Hauptaufgabe von Inkassodienstleistern ist das Einziehen kaufmännisch ausgemahnter, noch nicht gerichtlich geltend gemachter Forderungen.
Das Verfolgen unbezahlter Rechnungen kann von Wirtschaftsunternehmen selbst durchgeführt werden, (etwa durch eigene Mahnabteilungen) oder aber an externe Inkassounternehmen übertragen werden, die diese kaufmännischen und juristischen Spezialaufgaben in ihrer Funktion als gesetzlich regulierte Rechtsdienstleister professionell durchführen. 

Die schriftliche Mahnung: Sobald sich der Schuldner mit dem Begleichen einer Rechnung in Verzug befindet, wird er vom beauftragten Inkassounternehmen schriftlich zur Zahlung der Forderung angemahnt.  

Das persönliche Gespräch: Bleiben die schriftlichen Mahnungen erfolglos, suchen Inkassodienstleister im Gespräch mit dem Schuldner eine Regelung: telefonisch oder persönlich.

Das gerichtliche Mahnverfahren: Auf Wunsch des Auftraggebers leiten Inkassoanbieter das gerichtliche Mahnverfahren ein, wenn alle außergerichtlichen Bemühungen nicht fruchten. Die dafür notwendige Vertretungsbefugnis steht registrierten Inkassodienstleistern nach der Zivilprozessordnung zu. 

Die Zwangsvollstreckung: Endet das gerichtliche Mahnverfahren mit einem Vollstreckungsbescheid, einem sogenannten vollstreckungsfähigen Titel, kann ein Inkassounternehmen hieraus die Zwangsvollstreckung betreiben. Auch dafür sind Inkassounternehmen nach der Zivilprozessordnung vertretungsbefugt. Verläuft die Bonitätsprüfung des Schuldners positiv, beauftragt der Inkassodienstleister entweder einen Gerichtsvollzieher mit der Zwangsvollstreckung in das bewegliche Vermögen oder beantragt einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss für die Vollstreckung in Forderungen des Schuldners.

Die Langzeitüberwachung: Verläuft die Bonitätsauskunft negativ, übernimmt das Inkassounternehmen die Forderung in die sogenannte Langzeitüberwachung. Da titulierte Forderungen erst nach 30 Jahren verjähren, bedeutet das: Den Schuldner beobachten und durch Adresspflege, Überwachung der Vermögensverhältnisse, Ermitteln von Anschriften sowie Überwachen und Führen von Debitoren-Konten die berechtigte Forderung weiterverfolgen.

Welche Kosten muss der Schuldner, welche der Gläubiger tragen? 

Keine Vergütung für die erste Mahnung: Steht eine Forderung aus, ist dem Gläubiger das Durchführen einer ersten Mahnung zuzumuten, um den Schuldner in Verzug zu setzen. Lagert der Gläubiger schon diese Tätigkeit auf ein Inkassounternehmen aus, muss er diesen Dienst selbst vergüten und kann diese Kosten nicht auf den Schuldner übertragen. 

Erst nach Vorliegen des Verzuges kann der Gläubiger Gebühren vom Schuldner verlangen: Befindet sich der Schuldner zum Beispiel nach einer ersten Mahnung im Verzug, muss er dem Gläubiger die weiteren Kosten erstatten, die für die Realisierung seiner berechtigten Forderung nötig sind. Dazu gehören auch die Gebühren eines Inkassounternehmens – die Inkassokosten gehören zumsogenannten Verzugsschaden. Der Höhe des Verzugsschadens ist in § 4 RDGEG geregelt und wurde zuletzt der Höhe von Anwaltskosten angeglichen.

Erfolgsprovisionen sind kein Verzugsschaden: Zwischen Auftraggeber und Inkassounternehmen vereinbarte Erfolgsprovisionen sind kein Verzugsschaden, sodass der Auftraggeber diese Vergütung alleine tragen muss. 

Gebühren: Im Rahmen des Einzugs titulierter Forderungen arbeiten Inkassounternehmen üblicherweise auf der Grundlage einer Erfolgsprovision. Die Höhe des Provisionssatzes richtet sich insbesondere auch danach, ob das Inkassounternehmen das Kostenrisiko vollständig übernimmt oder das Kostenrisiko beim Auftraggeber verbleibt. 

Inkassovergütung im gerichtlichen und nachgerichtlichen Bereich: Wird das Inkassounternehmen mit der Durchführung des gerichtlichen Mahnverfahrens und/oder dem nachgerichtlichen Inkasso (zum Beispiel Einleitung von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen/ Langzeitüberwachung) beauftragt, fallen weitere Vergütungen in Abhängigkeit von den jeweils  einzuleitenden Maßnahmen an. 

In der Praxis sind Mischformen verschiedener Vergütungssysteme denkbar. 

Ankauf notleidender Forderungen oder entsprechender Forderungspakete
Beim Verkauf  titulierter Forderungen hängt der Kauferlös von der Art und Güte der Forderung ab. So können zum Beispiel die Anzahl der bereits erfolgten Vollstreckungsversuche oder das Alter der Forderung Einfluss auf den Wert haben.